19.06.2022 – Vortrag: Jenseits von Staat, Kapitalismus und Patriarchat– Anarchismus eine Einführung

Das Wort Anarchie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Herrschaftsfreiheit. Einst die stärkste sozialistische Strömung, wurde der Anarchismus von Faschismus, Staatssozialismus und staatlicher Demokratie bis zum Ende der 1930er–Jahre fast vollständig ausgelöscht. Aufgrund ihrer Beteiligung an der neuen Welle weltweiter Aufstände wird die anarchistische Bewegung nun wieder sichtbarer. Auch die Herrschenden erkennen wer soziale Bewegungen und die Kämpfenden in Aufständen gegen sie unterstützt, egal ob liberal, konservativ oder faschistisch – alle sind in ihre Feindschaft dem Anarchismus gegenüber miteinander verbunden. Wir wollen die Gunst der Stunde nutzten, um die Frage Vieler zu beantworten was Anarchismus überhaupt ist und worin er sich von anderen Theorien und Bewegungen (vor allem der staatlichen Linken) unterscheidet? Warum lehnen Anarchist*innen Kapitalismus und Staat ab? Weshalb sind Herrschaft und Hierarchien die grundsätzliche Ursache vieler Probleme unserer Welt? Wieso sind Revolutionen, die den Staat nutzen wollen, um die Welt zu verbessern zum Scheitern verurteilt? Diese und weitere Fragen sollen im Vortrag beantwortet werden, hierbei wird es nicht um einen festen Plan gehen, der uns hin zu einer vermeintlichen Utopie ohne Krisen führt, sondern darum wie ein anderes Zusammenleben aussehen kann und wie wir dieses im Hier und Jetzt aufbauen können. Denn im Angesicht weltweiter Katastrophen wie z.B. Inflation, Krieg und Klimawandel kann mensch leicht einfachen Versprechungen einer Welt ohne Probleme verfallen.

Der Vortrag findet am Sonntag, dem 19.06.2022 um 18.30 Uhr im Café Eden (Herner Str. 13 Bochum) statt.

Mehr über uns: schwarzerub.blackblogs.org

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Anmeldung Bildungskurse Sexuelle Befreiung bis zum 09.06.2022

Am 27.05.2022 fand unser Vorbereitungstreffen für den Bildungskurs zu sexueller Befreiung aus anarchistischer Perspektive statt. Weil wir bisher nur 5 Personen sind haben wir noch keinen genauen Ablauf festgelegt. Den Ankündigungstext des Kurses findet ihr hier.
Über weitere Anmeldungen würden wir uns sehr freuen. Diese sind bis zum Donnerstag, den 09.06.2022 um 23.59. Uhr an radikale-bildung@riseup.net möglich. Ein kurze Mail ohne Namen und ggf. mit der Anzahl an Personen, die teilnehmen wollen, reicht. Wir schreiben euch dann auch die Anfangezeit am Samstag, den 11.06.2022 und planen dann zu Beginn gemeinsam den genauen Ablauf.
Unser Handout zum Vorbereitungstreffen mit einer Liste der möglichen Themen, Methoden und Quellen findet ihr hier, Themen bei denen Menschen beim Vorbereitungstreffen festgestellt haben, dass sie darüber besonders gerne reden würden oder welche sie für sehr wichtig halten sind fett geschrieben. Ihr könnt gerne aber auch Andere einbringen.

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There is no such thing as Klimawahlen! Vortrag: Anti – Autoritäre Perspektiven auf die Klimakatastrophe

Am Sonntag, den 15.05.2022 halten wir um 18.00 Uhr im Bochumer Klimacamp (in der Innenstadt – Grabenstraße) einen Vortrag zu anti-autoritären Perspektiven auf die Klimakatastrophe. Hier unser  Ankündigungstext:

Ausgehend von anarchistischen und indigenen Analysen werden wir darüber sprechen, was die Ursachen der aktuellen Klima- und ökologischen Katastrophe sind und warum die Lösungen für sie längst existieren und „nur“ nicht umgesetzt werden. Wir gehen dabei an die Wurzeln unserer gesellschaftlichen Ordnung. Fragen, die dabei geklärt werden sollen sind: Warum ist der Staat nicht nur kein Mittel zur Lösung von Umweltzerstörung, sondern ein zentraler Verursacher? Wie hängen Klimakatastrophe und Kolonialismus zusammen? Warum dient Umweltzerstörung auch dem Machterhalt und der Herrschaftsausdehnung von Institutionen wie dem kapitalistischen Markt und dem Staat? Was hat das Patriarchat mit alledem zu tun?
Bei den Lösungen soll es darum gehen, wie wir Widerstand gegen weitere Zerstörung mit Vorbereitung und Anpassung an die nicht mehr verhinderbaren Katastrophen und die Schaffung von gleichwertigen, solidarischen Gemeinschaften verbinden können. Außerdem wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, wie sich unserer Verhältnis zu unserer Mitwelt verändern muss, um von Beherrschung dieser hin zu Respekt ihr gegenüber zu kommen. Es wird sich zeigen, dass (fast) alle Lösungen bereits existieren.

Ein Vortrag für alle, die keinen Bock auf Wahlpartys haben!

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Anarchismus wie vor 100 Jahren kann mensch sich auch sparen – Ein Aufruf zur kritischen Intervention bei der anarchistischen 1. Mai-Demo in Dortmund

Eigentlich wollten wir nie direkt öffentlich Kritik üben, sondern hatten gehofft, jene Punkte (wie Sichtbarkeit von Trans, Inter, Nichtbinären und Agendern, gute Kapitalismus- und Staatskritik, einer aktuelles, nicht-identitäres Klassenverständnis und Bewusstsein über die eigene koloniale Rolle), die uns bezüglich des Aufrufs zum anarchistischen ersten Mai in Dortmund wichtig sind, bzw. die fehlen, in Form einer Rede auf der Demonstration anbringen zu können. Wir wollten positiv darauf hinweisen, worauf Anarchist*innen bei ihren Analysen achten sollten und in welche gefährlichen Richtungen sich der Anarchismus sonst bewegen kann. Dabei wollten wir weder die Orga des 1ten Mai, noch den Aufruf direkt benennen, weil es uns vor allem um Kritik an den Inhalten geht, nicht wer sie äußert. Die Organisator*innen des anarchistischen 1. Mai möchten dies aber nicht und zwingen uns damit öffentlich Stellung zu ihrem Aufruf und den teils sehr problematischen Vorstellungen in ihm zu nehmen. Wir finden dies traurig, unsolidarisch, ausschließend und unnötig eskalativ.

Der anarchistische 1. Mai in Dortmund – die Vorgeschichte

Seit 2015 gibt es in Dortmund eine anarchistische 1.-Mai-Demo. Von Beginn an haben wir sie als Schwarze Ruhr-Uni jedes Jahr beworben, oft auch Anreisetreffpunkte organisiert. In einzelnen Jahren haben wir bei der Küfa (Küche für Alle: Veganes Essen gegen Spende) mitgeholfen oder dort Reden gehalten. Die Demo und der gemeinsame Ausklang danach waren immer ein bunter Austausch und ein Zusammenkommen, das die Vielfalt und Stärke der anarchistischen Bewegung im Ruhrgebiet bzw. in NRW gezeigt hat. Nun werden Teile der anarchistischen Bewegungen ausgeschlossen.

Cis-Anarchismus und Cis-Feminismus

In unserer Gruppe sind schon länger viele Trans- und Nichtbinäre Menschen organisiert. Deshalb sind uns deren Sichtbarkeit und Themen, die sie betreffen, sehr wichtig. Als erstes ist uns daher an dem Aufruf die Sprache aufgefallen, in der von Frauen und nicht von FLINTA* (Frauen, Lesben, Inter, Trans, Nichtbinäre, Agender*) die Rede ist. Transmenschen werden ganz kurz mal am Rande bei LGBTQ* miterwähnt, Interpersonen, werden (nach unser Kritik) einmal bei LGBTIQA* am Rande erwähnt, ansonsten ist es einfach nur LGBTQ (weil es anscheint nicht wichtig ist – Stand 19. April) und Nichtbinäre kommen gar nicht vor. Trans, Inter, Nichtbinär und Agender sind übrigens eigentlich (in der Regel) keine sexuellen Orientierungen.
Wir denken, das „Übersehen/Übergehen“ von Trans, Inter, und Nicht-Binären und Agender  ist kein unabsichtlicher Fehler, sondern entspricht der klaren Ausrichtung einiger der Organisator*innen. Das zeigt sich auch an dem Aufruf der Gruppe Fem:in Ruhr, die den „feministischen Block“ organisiert, der sprachlich Nichtbinäre, Interpersonen und viele Transpersonen ausschließt, obwohl Anderes eigentlich Standart bei vielen feministischen Gruppen ist: „Wir Arbeiterinnen, Mütter und Freundinnen sind es, die in der Krise den Laden am Laufen halten und die die Macht haben, das System zu verändern.“ (Viele) Trans, Inter, und Nichtbinäre und Agender haben den Laden anscheint nicht mit am Laufen gehalten, sondern waren einfach faul.
Ein Person aus dem Orgateam des 1. Mai ist in der Vergangenheit auch öfter durch transfeindliche Äußerungen und verbale Übergriffe aufgefallen, zuletzt kurz nach der Hausbesetzung durch die Transfläche 2021. Diese Person wird wahrscheinlich am 1. Mai eine Rede halten, während es nicht-binären Menschen aus unserer Gruppe untersagt wurde.
Wir rufen auf, die Demo am 1. Mai nicht solchen Menschen zu überlassen und Reden, in denen auf Trans-, Inter- und nichtbinären Menschen nicht eingegangen wird, inhaltlich vor Ort zu kommentieren.

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Radikale Bildungskurse Sommer 2022

Diesen Sommer organisieren wir wieder radikale Bilungskurse. Themen sind Anarchistische (Land-)Wirschaft, Sexuelle Befreiung aus anarchistischer Perspektive, Anarchistische Gruppe gründen&organisieren,

Warum radikale Bildungskurse?

Wir wollen eine vollkommen andere Welt schaffen, in der jede*r über sich selbst bestimmt: Dafür braucht es aber bestimmtes Wissen und die Fähigkeit, sich dieses ohne Zwang anzueignen. Staatliche und kapitalistische Schulen, Universitäten und Ausbildungsorte trainieren uns diese durch ihre Hierarchien, Vorgaben, Prüfungen und Noten ab. Anstelle eines Angebotes aus dem wir frei wählen, geben uns Autoritäten wie das Bildungsministerium, Lehrer*innen und Dozent*innen vor, was wir lernen sollen.
Dies dient der Kontrolle unseres Wissens, z.B. sind durch unsere autoritäre Erziehung unfähig uns selbst zu organisieren oder Vorzustellen wie andere Gesellschaften aussehen könnten. Auch praktisches Wissen, beispielsweise wie Nahrung angebaut oder verarbeitet wird, fehlt uns, so werden wir in zentralen Teilen des Lebens abhängig von hierarchischen Institutionen gehalten.
Wenn wir also eine Welt ohne Kapitalismus, Staat, Patriarchat und jede andere Herrschaft anstreben, müssen wir aus unserer eigenen Geschichte lernen und uns praktisch die Fähigkeiten aneignen, die uns selbst über unsere Leben bestimmen lassen. Deshalb organisieren wir diesen Sommer Kurse zum selbstbestimmten Lernen. Diese sind offen für alle Menschen, ob sie an der Ruhr-Uni studieren oder nicht. Eine Auflistung der Kurse findet sich im Nachfolgenden. Falls euch ein Thema fehlt und ihr mithelfen wollt, etwas zu organisieren, dann meldet euch bei uns.

Lasst uns mit neugierigen Lernen beginnen
und die Welt radikal verändern!

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